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Afrika in Reinkultur

Lilongwe

Gerade vertreiben wir uns etwas die Zeit vor der South African High Commission in Malawi's Hauptstadt Lilongwe. Ein plötzlich aufgetauchter Hinweis zu zwingend notwendigen internationalen Geburtsurkunden für die Einreise mit Kindern nach Südafrika hat uns dazu bewogen, hier ein paar Informationen aus erster Hand einzuholen.

Gestern waren wir etwas zu spät, weil hier nur von 9 bis 12 Uhr die Anliegen Einreisewilliger bearbeitet werden können. Und das sind anscheinend ganz viele, wie wir heute kurz vor Neun feststellen müssen. Demjenigen, der die Eintrittsnummern verteilt, soll's recht sein, denn manchem vermag er dadurch ein Nötchen zu entlocken, um in der Liste etwas nach oben zu rücken.

Insgesamt machte uns Malawi jenen Eindruck, den man von Afrika erwartet. Wo westliche Annehmlichkeiten auftreten, wie dies bei teils perfekten Strassen und Brücken der Fall ist, steckt die Europäische Union oder auch Japan dahinter. Vielerorts liess sich beobachten, dass dem westlichen Standart nachgeeifert, er jedoch, wenn erstellt, unmöglich unterhalten werden kann. Internet ist dazu ein schönes Beispiel. Seit wir in Malawi sind, hatten wir nur einmal kurz die Gelegenheit, ein paar Bites zu laden, bevor die Verbindung wieder für Stunden unterbrach. Oder die feinen Magnum-Glace im Supermarkt der Hauptstadt. Offensichtlich öfters aufgetaut und wieder eingefroren. Mmmmmh! Burger-King oder Java-House fehlen hier gänzlich und trotz unzähligen Strassenkontrollen war es keinem Polizisten gegönnt mit einer Speed-Pistole zu spielen, wie dies in Tansania Gang und Gäbe war.

Das kristallklare Wasser des unglaublich schönen See's, die sintflutartigen Gewitterstürme, der meist unverdorbene Umgang mit Touristen, die verhältnismässig kurzen Distanzen und die schönen Camps haben uns einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und machen Lust auf mehr.

Nach satten drei Stunden vor und fünf Minuten in der Südafrikanischen Botschaft wissen wir, dass diese Geburtsurkunde tatsächlich notwendig ist. Der Plan, wie wir diese Tatsache umsetzen, wird sich noch entwickeln. Inzwischen haben wir die restlichen rund hundert Kilometer an die Sambische Grenze und etwas darüber hinaus, noch unter die Räder genommen und siehe da, das erste Camp erwartet uns mit"FREE WIFI"! Funktioniert allerdings genauso wenig!