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Khaudum

Sand-Lover's only

Unser Landroverspezialist in der Schweiz hat uns zwar wenig Hoffnung gemacht, aber nach vier Tagen haben wir tatsächlich die benötigten Gummiteile bekommen. 32 N$ (CHF 2.45) Materialkosten und ein paar Kraftwörter in Rückenlage unter dem Auto und jetzt rollt wieder alles in gewohnter Manier.

Tsumeb behält definitiv einen markanten, wenn auch zweifelhaften Stellenwert in unserer Reisehistorie. Als positivsten Nebeneffekt gehören da auch die ersten flügellosen Schwimmzüge von Levi dazu. Im Olympiabecken des Kupferquelle Camps.

 

Motiviert durch den ersten Beweis meiner mechanischen Fähigkeiten schlugen wir alsbald den Weg Richtung Khaudum Nationalpark ein. Ziemlich abgelegen, wild und nur für 4x4 Fahrzeuge zugelassen. Gemäß unserer Führerliteratur sogar nur in Konvois von mindestens zwei Fahrzeugen.

Und tatsächlich, im Roy’s Camp beim Abzweiger von der Teerstraße zum 230 km entfernten Tsumkwe, lädt mich ganz unerwartet jemand zu einem Espresso ein. Karsten, Deutscher Intensivpfleger im Unispital Zürich, für sechs Wochen unterwegs durch Namibia. Die nächsten drei Nächte parken wir in Rufdistanz, zwei davon im Khaudum NP.

 

Der Parkranger beim Südgate machte uns wenig Hoffnung auf exklusive Tierbeobachtungen zu dieser Zeit. Die verbreitet nicht vorhandenen oder niedergetrampelten Zäune um den Park lassen die Tiere ungehindert ihren feinen Sinnen für Wasser folgen. Aktuell soll davon im östlich angrenzenden Botsuana mehr zu finden sein. Wie sich bald zeigte, trifft das nicht auf die grauen Dickhäuter zu. An den meist künstlich erstellten Wasserlöchern beobachten wir ganz viele. Oft sogar nicht aus der Enge unserer Blechbüchse hinaus sondern von gut positionierten Aussichtsplattformen. Letztlich umfasste die elefantös dominierte Bilanz auch noch ein paar Hyänen, Warzenschweine, Pferdeantilopen und immerhin ein dahinverwesendes Löwenmännchen im Graben um einen Aussichtsturm. Später erfahren wir, dass er wohl einen Rivalenkampf verloren hatte und später von den Elefanten in den Graben gestoßen wurde.

 

In bleibender und durchaus positiver Erinnerung bleiben aber die wilden Pisten und die unglaubliche Einsamkeit. Ein einziges Fahrzeug kreuzte unsere Wege während der drei Tage. Ab halbem Weg zum Nordgate und noch 46km darüber hinaus wühlten wir uns mit blockiertem Differenzial im Kriechgang durch tiefen Sand. Das absolute Paradies für unsere Kinder! Bei jeder Pause springen die Türen auf und schon knien sie mitten im Sandkasten und toben wild herum.

Bei der Einmündung in die Caprivistrasse trennen sich unsere Wege wieder. Karsten hat noch ein Problem mit seiner knacksenden Vorderachse zu lösen und wir streben der Grenze nach Botsuana entgegen. Wer weiss, ob wir dort die Tiere des Khaudum treffen.

 

Nach weiteren 530km Teerstrasse, teils mit heimtückischen Potholes durchlöchert, haben wir inzwischen die Botsuanische Touristenmetropole Maun erreicht. Von hier aus lockt das weltberühmte Okawango-Delta und die legendäre Savuti-Road nach Kasane. Ein noch offenes Projekt aus der letztjährigen Afrikareise!    

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Kommentare: 1
  • #1

    Albi und Louise (Montag, 11 Dezember 2017 20:07)

    Sändele mus schön si... Dä Sand vergat sicher weniger schnell wie dä vili Schnee bi üs bi däm Hudelwätter! Diä tolle Foti mached eim grad glutschig uf neui Abentüür.
    Sind froh, sind alli wohluf uf äm Landrover, mi dänked fescht a eu.
    Liebi Grüess Grossvater und Grosi