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Simbabwe

Grünes Wechselbad

Nur noch zwölf Kilometer bis ins Zentrum von Simbabwes Hauptstadt Harare.

 

Vor einer Woche sind wir in Kazungula von Botsuana her eingereist und zuerst dem Sambesi gefolgt, bis er über die Victoriafälle rund100 Meter in die Tiefe stürzt. Von der Simbabwischen Seite soll dieses Schauspiel noch viel eindrücklicher sein, was wir inzwischen bezeugen können. Rund einen Monat früher als auf unserer letzten Reise und daher bei etwas kleinerem Minutenvolumen, aber allemal ein atemberaubendes und erfrischendes Schauspiel.

Touristen aus aller Herren Länder und darunter auffallend viele Schwarze verewigen sich in bildstarken Posen vor dieser weltberühmten Kulisse. Ein Spektakel für sich!

 

Wohl hauptsächlich die Scheu vor einer verbindlicheren Entscheidung bewog uns zu einer Weiterreise in ähnlichen Breiten. Aber auch das Interesse an einem bisher noch nicht besuchten Land, zu welchem wir kaum widersprüchlichere Informationen hätten bekommen können. Hochs und Tiefs scheinen hier Programm zu sein und damit auch sich ständig verändernde Bedingungen für Reisende. Der kürzlich erfolgte Putsch des alten Herrn Mugabe scheint der hiesigen Stimmung jedenfalls wohl zu bekommen.

Sofort aufgefallen ist mir eine bisher wenig beobachtete Tugend unter traditionell lebenden Einheimischen. Der Wert von ästhetischer Bau- und Anbauweise. Zaunpfähle, die auf die exakt gleiche Höhe gesägt wurden oder gradlinig gepflügte Äcker, die zuerst mit einer Leine ausgemessen wurden.

 

Ein paar Kilometer weiter dafür ein nüchterner Beweis tierischen Überlebenskampfes unter Menschen. Wir haben ein wildes Camp direkt am Sambesi errichtet und werden bald umringt von Kindern. Aktuell sind Schulferien und wir sicherlich eine Attraktion, die später für Vortragsstoff herhalten wird.

Die Kinder unterschiedlicher Altersstufen sind sehr angenehm und zurückhaltend. Im Spiel mit unseren Kindern außerordentlich rücksichtsvoll. Ein einziger Hinweis genügt und schon ziehen sie sich zurück und lassen uns essen. Wohl nicht ohne unser Tun aus den Augen zu verlieren.

Nicht bettelnd aber immer wieder bestrebt uns etwas Gutes zu tun, erhoffen sie sich hier und da etwas abzubekommen. Das Zusammenräumen nach dem Frühstück geht so im Handumdrehen und wir wollen uns bedanken für ihre Mithilfe.

Also schneide ich einen Sack Äpfel in Stücke und werde dabei von 28 Augen beobachtet. Nur bei den ersten Schnitzen entferne ich noch die Kerne, welche allesamt sofort weggegessen werden. Die Schnitze rührt niemand an.

Nach getaner Vorbereitung frage ich in die Runde und lasse mir versichern, dass sie gewohnt sind zu teilen und alle dafür sorgen werden, dass jeder von den Äpfeln bekommt.

„So enjoy and ...!“

Was dann geschah, ging mir inzwischen schon unzählige Male durch den Kopf. Eine Meute Hyänen, Geier oder Krokodile wäre nicht anders über die Äpfel hergefallen! Die Hälfte landete im Sand, wurde sofort wieder aufgelesen und verschwand in den Händen und Hosentaschen der Stärksten und Schnellsten.

Die kleinsten standen mit nassen Augen und leeren Händen da!

Interessanterweise konnte ich anschließend von den gehamsterten Schnitzen problemlos einige wieder bekommen und an die Schwächsten verteilen.

 

Über einen kleinen Abstecher zum Lake Kariba führte uns die Route weiter ostwärts bis vor die Tore Harares. Wie Spinnenbeine führen fast alle großen Straßen Simbabwes hierher. Das durchfahrene Land ist oft hügelig, sehr grün und in leicht erhöhten Lagen von teils extensivem Ackerbau beherrscht. Die Leute allesamt sehr freundlich und hilfsbereit und wenn uns jetzt jemand nach einem guten Ratschlag fragt, dann heißt es „nichts wie hin“!

Noch weiter östlich, unweit der Grenze zu Mozambique, soll es ein paar Kühle versprechende Erhebungen geben und da wollen wir Weihnachten feiern.

 

In diesem Sinne Euch allen, die Ihr unsere Reise verfolgt, ein genüssliches Weihnachsfest und viel Freude an der weissen Pracht!

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Kommentare: 3
  • #1

    Beatrice und Marius usem Rindal (Montag, 25 Dezember 2017 18:51)

    Hallo ihr Liäbe,
    Es ist Unterhaltung pur eure Berichte zu lesen...spannend, atemberaubend -schön und beängstigend - die wunderbaren Bilder helfen dann mit von eurer Reise etwas abzubekommen..!
    Danke! Wir hoffen ihr habt einen schönen Platz gefunden für euer Weihnachtsfest..
    und wünschen weiterhin gute Reise! Hebet sorg!
    liäbi Grüess Beatrice und Marius

  • #2

    Fränzi, Stefan, Leandra, Leonie und Yana (Samstag, 30 Dezember 2017 21:19)

    Liebi Mena, Liebi Sagers

    Ganz gspannt sitze mir füüf hüt bi dem rägnerische Wätter dinne vorem Laptop und läse no grad im alte Jahr ganz gspannt Euii Reisebrichte und stuune die tolle, wunderschöne, fantastische Bildli. Eifach unglaublich schön und toll.

    D Reis uf Afrika zu de Mena isch immer no üses allabendliche ischlafritual, was mir da alles erläbe, vo Löwe über Kudu ;) zu de chline Krokodil.

    Danke viel mal für d Charte, d Yana und mir alli hei e riese Fröid ka.

    Mir wünsche Euch e guete Rutsch i ds neue Jahr usem verschneit-verrägnete Wilderswil und mir freue üs riesig uf Euch.

    Alles Liebe vo üs füüf, Mena i ha Di gärn Dini Fründin Yana

  • #3

    Prisca u Beat (Donnerstag, 04 Januar 2018 15:57)

    Hallo ihr Reisevögel
    Es ist traumhaft eure Reise zu verfolgen, es kommen immer wieder Nachwehen auf von unseren Erlebnissen.
    Danke viel mal dass ihr eure Eindrücke hier mit uns teilt.
    Wir wünschen allen, alles Gute im neuen Jahr und viel Freude in Afrika.
    LG Prisca u Beat