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Unser Weg in den Regen

Zwischen knorrigen Bäumen sitze ich. Der Wind rauscht aus dem wenige Kilometer entfernten Mocambique den Berg hinunter. Unterhalb von mir, auf einem flachen Plätzchen in einer Strassenkurve, hüpfen Simon, Mena und Levi übers Gummitwist, ein Weihnachtsgeschenk von Menas Gotti (danke!). Der Papa zeigt erste Ermüdungserscheinungen, vielleicht auch höhenbedingt, wir sind auf 2000 Meter, nicht akklimatisiert. Weit kann mein Blick durch die Blätter reisen, über viele Bergketten nach Westen, in die Richtung, wo wir den Sambesi verlassen haben. 
Die Hitze hat uns zugesetzt am Lake Kariba, dem einst grössten Stauseeprojekt der Welt In den 50er-Jahren, wo in der Operation „Noah“ tausende von Wildtieren vor dem Ertrinken gerettet wurden und in andere Regionen verpflanzt wurden. Ebenso das Volk der Tonga, das scheinbar bis heute sowohl in Sambia wie in Simbabwe stark benachteiligt lebt und unter den Folgen leidet. Auf Simbabwischer Seite scheint 
immerhin eine Gruppe um Worldvision, Feed the children, UN Food Programm… von diesem Umstand gut zu leben. Nirgendwo auf unserer Reise erschien uns bisher die Konzentration an Landcruisern von Hilfsprojekten höher als in Binga, dem administrativen Hauptort der Tonga. Die entsprechenden Offices befinden sich an vorderster Front hoch über dem Lake Kariba, ein wunderschöner Blick vermuten wir hinter den üppig bewachsenen Einzäunungen. Uns hat die Dieselnot hierhin geführt und tatsächlich erhalten wir diesen, zum angeschrieben Preis von 1.30/Liter. Ein kurzer, für uns nicht verständlicher Wortwechsel zwischen zwei Männern ging voran. Diesel gibts nicht für jeden, er ist knapp und der Tankwagen noch nicht gekommen. So steht unserem Vorhaben, für Weihnachten in den kühleren Osten zu reisen, nicht mehr viel im Weg.
Tags darauf erleben wir abends ein wunderprächtiges Schauspiel am Himmel, Naturkino vom schönsten. Ein Vorgeschmack auf die Regenzeit, die in den bisher bereisten Gebieten dieses Jahr von den Bauern sehnlichst erwartet wird und die auch immer wieder in unseren Diskussionen über die weitere Route Einfluss nimmt. Und einen Tag später sind wir schon mittendrin! Überall sieht Simon „Glunggen“, es spritzt, statt Sand und Staub im Auto haben wir jetzt die braune Paste an Schuhen und Kleidern. Statt heimatlich weihnachtlichem Pflotsch ists Matsch. 

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